Temelín

Temelín (tschech.; dt. Groß-Temelin)

Das 757 Einwohner (2005) zählende Dorf T. liegt rund 40 – 50 km von den Grenzen Österreichs u. Deutschlands entfernt im südböhmischen Kreis České Budějovice (dt. Budweis) 510 m ü. d. M. und hat eine Fläche von rund 50,4 km².

Die erste Erwähnung T.s datiert in das Jahr 1381, bekannt wurde der Ort jedoch durch den 1979 beschlossenen Bau eines Atomkraftwerks, mit dessen Errichtung 1987 begonnen wurde Nach den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im November 1989 kam das Projekt ins Stocken. Im März 1993 sprach sich die Regierung Klaus für den Bau von nur zwei – statt vier – Blöcken aus. Im Mai 1999 fällte die Regierung Zeman die endgültige Entscheidung für die Fertigstellung des wegen Finanzierungsschwierigkeiten in die Schlagzeilen geratenen AKW. Die Inbetriebnahme musste mehrmals verschoben werden, der Probebetrieb des ersten Blocks begann schließlich am 10. 06. 2002, der des zweiten Blocks am 18. 04. 2003. Als zweites Atomkraftwerk der Tschechischen Republik ging T. 2003 ans Netz und verfügt über zwei Blöcke mit einer Leistung von jeweils 1000 MW. Anstelle der Installation des ursprünglich geplanten sowjetischen Reaktortyps WER 1000, wurde die US-Gesellschaft Westinghouse mit der Fertigstellung des AKW beauftragt. Gegen die Inbetriebnahme des umstrittenen Atomkraftwerks fanden sowohl in Tschechien als auch in Österreich und Deutschland seit 1990 zahlreiche Protestkundgebungen statt.

(Katrin Bock)

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