Terek

Terek (russ., balkar./osset./tscherkess. Terk, georg. ťergi, kabard. Tėrč); Fluss in Nordkaukasien. Der insgesamt ca. 630 km lange T. entspringt in Georgien an den Hängen des Kasbek im Zentralkaukasus. Er fließt, gespeist von zahlreichen Nebenflüssen, zunächst in nördlicher Richtung durch Nordossetien (Russische Föderation) und dessen Hauptstadt Vladikavkaz. Dann wendet er sich in weitem Bogen zunächst nach Nordwesten und wieder nach Norden, um schließlich seine endgültige Richtung nach Osten einzuschlagen. Der T. fließt von dort an in etwa 50 km Abstand parallel zum Großen Kaukasus durch Tschetschenien und das nördliche Dagestan in mäandrierendem Lauf dem Kaspischen Meer entgegen – in dieses mündet er in einem Delta. Er grenzt das östliche Kaukasusvorland von den Steppengebieten nördlich davon ab. Der Wasserstand des T. ist großen jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen; über seine ganze Länge ist er von zahlreichen Sandbänken durchzogen. Längs seines Unterlaufes kommt es gelegentlich zu Überschwemmungen. Der T. ist nicht schiffbar. Seit der Mitte des 16. Jh. siedelten an Mittel- und Unterlauf des T. neben den indigenen Kaukasusvölkern verschiedene Kosakengruppen. Nach der russischen Eroberung des Nordkaukasus wurde die vom T. durchzogene Region 1860 als ›terskaja oblastʹ‹ (russ.), d. h. als Ansiedlungsgebiet der T.-Kosaken, in das Russische Reich inkorporiert.

Bennigsen-Broxup M. (ed.) 1992: The North Caucasus Barrier: the Russian advance towards the Muslim world. London. Barrett T. M. 1999: At the edge of empire : the Terek Cossacks and the North Caucasus frontier, 1700–1860. Boulder.

(Klaas Bähre)


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