Fruška gora

Fruška gora (serb., dt. hist. Frankengebirge). Das Inselgebirge F. G. mit seiner höchsten Erhebung Crveni cot (539 m ü. d. M.) erstreckt sich südlich von Novi Sad zwischen den Flüssen Donau und Save auf 78 Kilometern; an seiner weitesten Stelle ist es etwa fünfzehn Kilometer breit.

Nicht zuletzt wegen der spezifischen geologischen und mikroklimatischen Bedingungen ist die Bergkette seit 1960 ein Nationalpark (253,93 km²). Neben fossiler Fauna und Flora ist die Region reich an geschützten und seltenen Arten. Es gibt etwa 1500 verschiedene Pflanzenarten. Die Silberlinde weist hier die größte Konzentration in Europa auf, außerdem sind etwa dreißig verschiedene Orchideenarten zu finden. Wildkatzen, Dachse, Marder sowie mehrere Fledermausarten und über 200 Vogelarten leben im Gebirge F. G.

F. G. ist berühmt für den Obstanbau (Pflaumen) und den schon seit der Römerzeit betriebenen Anbau von Wein, der im 18 und 19. Jh. auch am Wiener Hof sehr geschätzt wurde. Darüber hinaus ist der Weizenanbau von wirtschaftlicher Bedeutung. Auf den Flächen über 300 m ü. d. M. erstrecken sich Wälder. Die mittlere Temperatur beträgt –0,2 °C im Januar und 22,0 °C im Juni. Die jährliche Niederschlagsmenge beläuft sich im Durchschnitt auf 650 mm. Der Name „Frankengebirge“ hängt damit zusammen, dass sich in der angrenzenden zentralen Siedlung, Sremska Mitrovica, bereits unter den Karolingern (8–10. Jh.) und Arpaden (11.–13. Jh.) Franken niederließen. Nach der ungarischen Niederlage bei Mohács 1526 fiel die Stadt an die Osmanen; 1687 unterlagen diese dem habsburgischen Kaiser Leopold I., der eine Neubesiedelung der Region vornahm. Im Friedensvertrag von Karlowitz 1699 bzw. von Passarowitz 1718 gelangte die Region endgültig an die österreichische Monarchie, wo sie bis 1918 blieb. Seitdem gehört die Wojwodina (serb. Vojvodina) und mit ihr F. G. zu Serbien (mit einer Unterbrechung im Zweiten Weltkrieg).

Zwischen dem Ende des 12. und dem 18. Jh. wurden 35 orthodoxe Klöster errichtet, von denen siebzehn erhalten sind. Sie gelten als Repräsentanten des serbischen Barocks. Acht Klöster werden von Nonnen, sieben von Mönchen bewirtschaftet, die restlichen sind unbewohnt. Einige, so Kuveždin und Bešenovo, wurden im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Grgeteg verlor seine Glocke, die nie erneuert wurde. Šišatovac, Novo Hopovo, Vrdnik, Mala Remeta, Jazak und Rakovac wurden 1999 durch die NATO-Luftangriffe auf Jugoslawien in Mitleidenschaft gezogen.

Bei mehreren Klöstern sind die Bau- bzw. Gründungsjahre unbekannt. Grgeteg (erbaut 1465–85) beherbergt die Ikonen des Malers Uroš Predić (1857–1953). Den höchsten Glockenturm besitzt Velika Remeta (38,6 m). Das älteste erhaltene Kloster ist Privina Glava (12. Jh., im 15. Jh. erneuert), das jüngste Jazak (1736–41). In Krušedol, einer Stiftung des serbischen Despoten Đorđe Branković, finden sich neben dessen Mausoleum die Gräber mehrerer für die serbische Geschichte wichtiger Persönlichkeiten: u. a. des Patriarchen Arsenije III. Crnojević (ca. 1663–1706), des Königs Milan Obrenović (1882–86) und der Fürstin Ljubica Obrenović (1788–1843). In Vrdnik (erste Erwähnung 1566) wurden von 1697 bis 1942 die Gebeine des Fürsten Lazar Hrebeljanović (†1389) aufbewahrt. Zu nennen sind weiterhin die Klöster Beočin, Staro Hopovo, Divša, Petkovica und Kovilj.

O. Brukner (Hg.) 1990: Fruškogorski manastiri: zbornik radova. Novi Sad.

(Sabine Rutar)


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